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Der Esel
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Du bist ein Esel !


Wer hat das nicht schon mal von sich gegeben - oder an den Kopf geschmissen bekommen!?! Und Hand aufs Herz - das war doch immer relativ negativ gemeint, oder? Und nochmals Hand aufs Herz: Haben Sie sich konkret etwas dabei gedacht? Ziemlich sicher nicht. Und wenn doch, dann garantiert das Falsche.

Wissen Sie denn, wie Esel wirklich sind? Wahrscheinlich nicht. Wahrscheinlich kennen Sie nur all die merkwürdigen Aussagen, welche so durch die Gegend geistern: Stur, dumm, faul, störrisch usw.

Alles falsch und beruhend auf Unwissenheit. Und so wird er halt mangels besseren Wissens mit dem Pferd verglichen, obwohl er ganz anders ist und man ihm damit in keiner Weise gerecht werden kann. Leider wird fast keine Forschung zum Thema Esel betrieben. Auch die Literatur ist dürftig und auch die meisten Tierärzte sind mit den Besonderheiten (und davon gib es einige, physisch wie psychisch) der Esel nicht vertraut.

Der Esel ist eine intelligente, freundliche und liebenswerte Persönlichkeit. Er sucht den Kontakt zum Menschen. Er ist neugierig und handelt überlegt. Man kann ihn nicht dressieren, aber überzeugen. Unter seinesgleichen kommuniziert er mit Körpersprache und Mimik, wenn er iaht, dann will er IHNEN etwas sagen - und wenn es nur ist, dass er mit möchte, wenn Sie mit Ihrem Pferd ausreiten.

Lesen Sie die nachfolgenden Informationen, falls Sie darüber nachdenken, ob ein Esel für Sie das richtige Tier ist.

 

BITTE BITTE BITTE : Informieren Sie sich sehr gründlich, bevor Sie sich zum Kauf von Eseln entscheiden!


Fragen Sie sich vor dem Kauf, ob Sie Zeit und Lust haben, sich während Jahren mit diesen Tieren zu beschäftigen, sie zu pflegen und ihnen die unentbehrliche Bewegung zu verschaffen. Denken Sie daran, natürlicherweise werden Esel älter als Pferde! Sprechen Sie auch mit Ihren Nachbarn. Esel haben ein beeindruckendes Stimmorgan. Ihr Iahen könnte Konflikte mit den Nachbarn verursachen. Ausserdem riechen auch Esel nicht unbedingt nach Rosen - vergessen Sie nicht, dass auch die Esel Mist produzieren. Was werden Sie damit machen? Können Sie ihn selber verwerten? Wer entsorgt ihn?

Esel sind gesellige Tiere, die nicht allein gelassen werden dürfen. Sie müssen in einer Gruppe leben, optimal mit mindestens einem zweiten Esel, es geht zur Not auch ein Pony oder eventuell ein Pferd. Die Esel müssen ständigen Zugang zu einem Stall ohne Durchzug oder mindestens zu einem Unterstand mit einem harten Boden haben. Es ist notwendig, dass sie über einen Auslauf mit trockenem, festem Boden unter freiem Himmel verfügen, wenn sie nicht auf der Weide sind.

Die meisten Esel in unseren Breitengraden sind massiv überernährt. Die Tiere kommen ursprünglich aus Steppen und Halbwüsten. Die Albumin reichen und fetten Gräser unserer Wiesen machen sie krank. Je nach Saison und Grösse des Tieres muss man daher seinen Weidegang auf wenige Stunden pro Tag begrenzen. Grundlage der Eselnahrung ist Heu aus spätem erstem Schnitt, fast holzig und von guter Qualität. Emd eignet sich nicht.

Wenn Esel mit Kühen oder Schafen weiden, muss den Parasiten ganz besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Gerade Schafe können Leberegel übertragen, an welchen Esel sterben, wenn sie nicht rechtzeitig durch den Tierarzt behandelt werden.
Die Esel benötigen Zellulose. Sie finden es in Rinde und Holz. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sie von Zeit zu Zeit Zweige (Hasel, Birke, Weide) abnagen können.

Die Esel lieben Trockenbrot! Da dieses aber aus Eselsicht üppig ist, kann es ihnen schädlich werden. Man sollte ihnen deshalb nur ganz kleine Mengen geben, zum Beispiel als Leckerli. Selbstverständlich brauchen Esel jeden Tag sauberes und frisches Wasser (nicht Regenwasser!). Ausserdem sollte man darauf achten, dass sie immer Zugang zu einem Salzleckstein haben.

Die Füsse der Esel verlangen besondere Pflege. Man muss sie alle zwei bis drei Monate durch einen Schmied bearbeiten lassen. Achten Sie darauf, dass der Schmied Eselerfahrung hat und diese Tiere auch wirklich mag, denn Eselhufe sind ganz anders als Pferdehufe. Und ein Esel hat auch nicht jedes Mal die gleiche Lust auf eine Maniküre... Wenn der Esel genug Bewegung hat, auch über harte Böden verfügt und wenn er richtig ernährt wird, werden seine Schuhe gesund und fest bleiben, und es wird nicht notwendig sein, sie zu beschlagen.

Auch Esel müssen einmal jährlich gegen Wundstarrkrampf und Pferdegrippe geimpft werden. Zudem ist zwei bis drei Mal pro Jahr eine Wurmkur fällig. Um einen starken Wurmbefall zu verhindern, müssen nicht nur Stall und Auslauf, sondern auch die Weide regelmässig gepflegt werden: Stall und Auslauf jeden Tag, die Wiese mindestens jede Woche (je nach Grösse resp. Kleinheit öfter).

Der Esel ist mit ca. sieben Jahren ausgewachsen. Es empfiehlt sich, mit dem Esel erst ab 4-jährig zu arbeiten. Bei Spass und spielerischer Erziehung sind aber schon Jungtiere mit wachsender Begeisterung dabei!

Es ist selbstverständlich, dass nur gesunde und erwachsene Tiere Höchstlast tragen können. Außer der Größe des Esels muss man dabei auch seine Knochenstärke berücksichtigen.

Als Anhaltspunkt dient folgende Aufstellung:

Traglast
Zwergesel 90 bis 105 cm bis 50 Kg
Hausesel 106 bis 120 cm bis 63 Kg
Großer Esel (mehr als 121 cm) bis 76 Kg

Zuglast
Sie hängt von seinem Gewicht, von seiner Gesundheit, seiner Arbeitsfreude und dem Zustand der Strasse ab. Ein angespannter Esel darf bis zu anderhalb Mal sein eigenes Gewicht ziehen.

Beim Tragen, wie beim Ziehen ist eine gute, optimal passende Ausrüstung die Voraussetzung.

 

Weitere Informationen


Gerne hilft Ihnen Jacob Geiser (deutsch und französisch) bei allen Fragen rund um den Esel! Besuchen Sie die Website www.amis-des-anes.ch (vorerst nur französisch), da finden Sie viele Informationen. Eine weitere wichtige Informationsquelle ist die SIGEF mit ihrer Webadresse www.eselfreunde.ch.

 

Zum Schluss noch ein paar Fundstücke aus dem Internet (natürlich nur die netten...)


Das Pferd zieht, bis die Karre im Dreck steckt - und wird für seinen Fleiß gelobt.
Der Esel hält rechtzeitig an - und wird für seine Faulheit bestraft.

Ein Esel fällt an gleicher Stelle nicht zweimal.

Das Pferd der Hoffnung galoppiert,
doch der Esel der Erfahrung geht im Schritt.

Ein Perd tritt und schaut,
ein Esel schaut und tritt.

Halsstarrigkeit und Verbohrtheit ist der sicherste Beweis von Dummheit. Gibt es ein Geschöpf, das so sicher, entschieden sich selbst vertrauend, feierlich und ernsthaft wäre wie der Esel?  (Michel de Montaigne, 1533 - 1592)

Es stand vor eines Hauses Tor,
Ein Esel mit gespitztem Ohr.
Der käute sich sein Bündel Heu,
Gedankevoll und still entzwei.
(Wilhelm Busch)

"Esel sind nicht störrischer als Pferde. Sie geben dir nur mehr Zeit zu überlegen, was du falsch gemacht hast."

Als Josef mit Maria auf dem Weg nach Bethlehem war, rief ein Engel die Tiere heimlich zusammen, um einige auszuwählen, der Heiligen Familie im Stalle zu helfen. Als Erster meldete sich natürlich der Löwe: "Nur ein König ist würdig, dem Herrn der Welt zu dienen", brüllte er, "ich werde jeden zerreißen, der dem Kinde zu nahe kommt!"
"Du bist mir zu grimmig", sagte der Engel.
Darauf schlich sich der Fuchs näher. Mit unschuldiger Miene meinte er: "Ich werde sie gut versorgen. Für das Gotteskind besorge ich den süßesten Honig, und für die Wöchnerin stehle ich jeden Morgen ein Huhn!"
"Du bist mir zu verschlagen", sagte der Engel.
Da stelzte der Pfau heran. Rauschend entfaltete er sein Rad und glänzte in seinem Gefieder. "Ich will den armseligen Schafstall prächtiger schmücken als Salomom seinen Tempel!"
"Du bist mir zu eitel", sagte der Engel.
Es kamen noch viele und priesen ihre Künste an. Vergeblich. Zuletzt blickte der strenge Engel noch einmal suchend um sich und sah Ochs und Esel draußen auf dem Felde dem Bauern dienen. Der Engel rief auch sie heran: "Was habt ihr anzubieten?"
"Nichts", sagte der Esel und klappte traurig die Ohren herunter, wir haben nichts gelernt außer Demut und Geduld. Denn alles andere hat uns immer noch mehr Prügel eingetragen!" Und der Ochs warf schüchtern ein: "Aber vielleicht könnten wir dann und wann mit unseren Schwänzen die Fliegen verscheuchen!"
Da sagte der Engel: "Ihr seid die Richtigen!"
Seitdem stehen Ochs und Esel an der Krippe.
(Karl Heinz Waggerl)
 

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